Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Baden (ELKiB) ist keine "flächendeckende" Landeskirche, sondern besteht als selbständige evangelisch-lutherische Kirche neben der evangelischen Landeskirche in Baden.

Sie ist ab 1850 in Baden neu entstanden, nachdem sie zunächst in der Union zwischen Reformierten und Lutheranern aufgegangen war. Die Treue zum Bekenntnis der lutherischen Reformation sowie der Widerstand gegen theologischen Liberalismus und Rationalismus waren leitende Beweggründe.

Bis heute sieht die ELKiB im Bekenntnis der Wittenberger Reformatoren den angemessenen und richtigen Schlüssel zum Verständnis des Evangeliums.

 

Danach müssen nicht wir Menschen uns auf die Suche nach Gott machen, sondern er sucht uns und hat uns schon längst gefunden. In Jesus Christus ist er Mensch geworden und hat sein Leben mit uns geteilt. Ohne Gewalt überzeugt und gewinnt er Menschen, nur durch seine Gegenwart im Wort, unter Wasser, Brot und Wein. Sein Kreuz und seine Auferstehung stehen für sein Nähe und für seine Liebe, die sogar den Tod hinnimmt und überwindet.

Die Freude über die Gegenwart des gekreuzigten und auferstandenen Herrn kennzeichnet den lutherischen Gottesdienst. Ihm nähert sich die Gemeinde im Rüstgebet zu Beginn eines Gottesdienstes, auf sein Wort hört sie in verschiedenen Lesungen, ihm antwortet sie in Liedern und Gebeten, bevor sie ihn selbst, in seinem Leib und Blut, unter der Gestalt von Brot und Wein, im Heiligen Abendmahl empfängt. Unter der Zusage seines Segens geht sie wieder hinaus, um diesen in den Alltag zu tragen.

Wenn Kirchen sich in ihrer Arbeit und Verkündigung an das lutherische Bekenntnis binden, dann verbinden sie damit weder einen selbstherrlichen Dünkel noch eine Verliebtheit in alte Traditionen, sondern verdeutlichen den Selbstanspruch, all Ihr Tun an den Bekenntnissen der lutherischen Reformation auszurichten. In ihnen finden sie die angemessene Auslegung des Evangeliums von Jesus Christus.

Die lutherische Reformation wurde im Herzogtum Baden bereits im Jahr 1554 eingeführt. Das damalige Herzogtum umfasste allerdings nur einen kleinen Teil des heutigen Baden und bezeichnete im wesentlichen die Regionen um Karlsruhe und Pforzheim, Müllheim und Lörrach, sowie die Grafschaft Wertheim. Andere Gebiete wie die Kurpfalz wurden calvinistisch geprägt.