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Unsere Geschichte

Die lutherische Reformation wurde im Herzogtum Baden bereits im Jahr 1554 eingeführt. Das damalige Herzogtum umfasste allerdings nur einen kleinen Teil des heutigen Baden und bezeichnete im wesentlichen die Regionen um Karlsruhe und Pforzheim, Müllheim und Lörrach, sowie die Grafschaft Wertheim. Andere Gebiete wie die Kurpfalz wurden calvinistisch geprägt.

In der napoleonischen Gebietsreform von 1805 wurden 262.000 Lutheraner und 67.000 Reformierte in einem Land miteinander verbunden. Das konfessionelle Bewusstsein war in der Zeit der Aufklärung geschwunden. Die Sehnsucht nach einer Vereinigung beider Konfessionen führte 1821 zur gemeinsamen Kirche der Union. Bezeichnend für die neu entstehende badische protestantische Kirche wurde die Verfassung, die die Überwindung der konfessionellen Unterschiede formulierte und das Ende lutherischer bzw. reformierter Gemeinden bedeutete.

Widerstände gegen diese Union erhoben sich erst zehn Jahre später und führten ab 1850 zur Neubelebung der lutherischen Kirche in Baden.

Carl Eichhorn (1810-1890), Pfarrer in Nußloch, erklärte um des Bekenntnisses willen 1850 seinen Austritt aus der Union. Nach Besuchen im Oberland entstand eine erste lutherische Gemeinde in Ihringen am Kaiserstuhl. Weitere Gemeinden entstanden in Bretten, Nußloch, Durlach, Söllingen, Berghausen und in Ispringen bei Pforzheim.

Zu Wegbereitern der lutherischen Kirche in Baden wurden auch die Pfarrer August Wilhelm Ludwig in Söllingen bei Karlsruhe, Georg-Friedrich Haag (1806-1875) in Ispringen und sein Nachfolger Max Frommel (1830-1890).

Die Einigkeit im Bekenntnis konnte die Differenzen über den künftigen Weg der Kirche nicht überbrücken. Schon in den 1860er Jahren kam es zum Bruch in drei lutherische Gruppierungen, die erst 1903 überwunden werden konnten. Nach dem 1. Weltkrieg bekamen die badischen Lutheraner 1919 ihre Anerkennung als Körperschaft des öffentlichen Rechtes, und 1926 gab die Synode der Kirche ihren heutigen Namen. 

Die lutherischen Gemeinden in Baden waren über ein Jahrhundert organisatorisch im Verbund lutherischer Freikirchen verankert. Sie standen zugleich in lebendigem Austausch mit den lutherischen Landeskirchen.

Als sich die lutherischen Freikirchen im Jahr 1972 in der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK) zusammenschlossen, war die Evangelisch-Lutherische Kirche in Baden (ELKiB) allerdings nicht mehr dabei. 1965 war sie durch Synodalbeschluss aus dem Verband der alten Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche ausgeschieden und hatte die Nähe zur Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche in Deutschland (VELKD) gesucht. 1968 wurde sie als Mitgliedskirche im Lutherischen Weltbund (LWB) aufgenommen und bekam den Sitz als ständiger Gast in der Generalsynode und in der Bischofskonferenz der VELKD. Das gestörte Verhältnis zur SELK konnte im Jahr 1983 durch die Erklärung der Kirchengemeinschaft überwunden werden.

Im Jahr 1994 wurde die Ordination von Frauen durch Synodalbeschluss ermöglicht. 2011 wurde Cornelia Hübner als erste Pfarrerin in die zweite Pfarrstelle der Freiburger Gemeinde berufen und ins Amt eingeführt.

Das Verhältnis zur Evangelischen Landeskirche in Baden war aufgrund der Trennung der lutherischen Gemeinden von der unierten Landeskirche über viele Jahrzehnte durch Misstrauen und gegenseitige Schuldzuweisungen getrübt. Vertrauensvolle ökumenische Begegnungen auf der Ebene der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) sowie ein deutlicheres Wahrnehmen in den Begegnungen vor Ort trugen zu gegenseitigem Verstehen und Respekt bei. Anlässlich des 175jährigen Jubiläums der Union im Jahr 1996 fanden Gespräche zwischen beiden Kirchen mit dem Ziel, die bis dahin schon bestehenden Beziehungen und Verbindungen zu festigen und zu vertiefen. Aus den Gesprächen entstand eine Gemeinsame Erklärung, die unter andere “Eucharistische Gastbereitschaft” für die gegenseitige Zulassung zum Abendmahl erklärt. 25 Jahre später fanden zum 200jährigen Jubiläum der Union wieder Gespräche mit dem Ziel statt, weitere Schritte für die Festigung und Vertiefung der bestehenden Beziehungen auszuloten. Daraus ist eine zweite Gemeinsame Erklärung entstanden, die Maßnahmen für die Intensivierung der ökumenischen Beziehungen festlegt. Unter anderen wird die gemeinsame Feier des Abendmahls unter bestimmten Voraussetzungen ermöglicht.

Mehr über die Entstehung der ELKiB erfahren Sie in der Dissertationsschrift von Frank Martin Brunn “Union oder Separation: Eine Untersuchung über die historischen, ekklesiologischen und rechtlichen Aspekte der lutherischen Separation in Baden in der Mitte des 19. Jahrhunderts”  aus dem Jahr 2006 (PV Medien Verlag, Karlsruhe)

Eine kurze Darstellung der ökumenischen Beziehungen der ELKiB finden Sie hier.